Lauffeuer // Blaulicht > Muschelfischer
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Direkt zum Hauptmenü springen Direkt zum Fuß-Menü mit Verweisen zur Suche, Kontakt, etc. springenWie es ist, ...
...auf einem schaukelnden Steg erfahren zu müssen, wie Muscheln wirklich von innen aussehen.
Mit letzter Kraft ziehe ich mich an der Leiter hoch auf die Holzplattform, die unter meinen Füßen auf dem See zu schaukeln beginnt. Ich stütze die Hände auf die Knie und keuche, während mir das kühle Wasser aus meiner Badeshorts auf die Füße tropft. Sekunden verstreichen. Dann ziehen sich lärmend und triumphierend die anderen zu mir auf meine kleine Insel. Immerhin: Das Wettschwimmen vom Ufer zur Holzplattform im Badesee hat der Jugendfeuerwehrwart gegen die Jugendlichen gewonnen. Sie ist mein.
Dann sind endlich alle oben. Wir stehen in der Abendsonne, blicken über das Wasser, atmen immer noch tief durch und schauen uns schmunzelnd in die Augen. Da schwingt sich plötzlich der kleine Max aus dem Wasser zu uns hinauf. Wir bemühen uns schnell, auf der wippenden Insel wieder das Gleichgewicht zu finden. Er schaut mir mit seinen elf Jahren von unten in die Augen. Wie aus dem Nichts streckt er mir wortlos und mit frechem Blick zwei Muschelschalen entgegen. Eine geschlossene, die noch lebt, und eine leere.
„Ich will die Muschel aufmachen." Er hält mir die geschlossene Schale vors Gesicht. "Wie sieht das da drin aus?" „Die Muschel kann man nicht einfach so aufmachen, dann stirbt sie." Etwas lauter wiederholt er: „Aber wie es sieht es nun da drin aus?"
Max kneift die Augen zusammen und funkelt mich an. Die anderen Jugendlichen grinsen. Ich nehme einen bestimmenden Tonfall an: „Die Muschel bleibt zu. Da drin ist ein Klumpen. Glibberig, matschig." Triumphierend füge ich hinzu: "Das ist alles, Sherlock." Ich grinse zurück. Eins zu Null für mich. Sein Blick gleitet von der geschlossenen Muschel zur leeren Muschelschale in seiner anderen Hand. Mit einem widerlichen Geräusch rotzt er hinein und hält sie mir unter die Nase. „So sieht das also aus?" „Vielleicht..." Zwei zu Eins für ihn.
Mit einem lauten "Igitt" schubst ein älterer Jugendlicher Max zurück in die See. In Sekunden stolpern wir alle von der schaukelnden Insel zurück ins kühle Wasser. Und mit uns landet auch die lebendige Muschel wieder im See und sinkt beruhigt auf den Grund.
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