Lauffeuer // Mein Lauffeuer > Warenlager in Spenge-Wallenbrück steht „in Flammen“

Die Feuerwehr Spenge (Kreis Herford) hat keine Nachwuchssorgen. Grund dafür ist die vorbildliche Jugendarbeit, die in den drei Jugendfeuerwehrgruppen der Stadt geleistet wird. Bei einer großen Jahresabschlussübung war die gesamte Jugendfeuerwehr im Einsatz. Spenges Bürgermeister Bernd Dumcke gehörte neben zahlreichen Eltern zu den Zuschauern des Geschehens im Industriegebiet Wallenbrück. „Der Ausbildungsstand der Jugendlichen ist wirklich gut!", sagte der Verwaltungschef in einem Gespräch mit Wehrführer Thomas Reschke. Es ist 15 Uhr am Samstagnachmittag. Auf dem Gelände der Firma Hettich herrscht zu diesem Zeitpunkt Wochenendruhe. Die Warenannahme mit den Lkw-Rampen im Hinterhof von Halle zwei wirkt verwaist. Michael Bergemann, Leiter der Jugendfeuerwehr Spenge-Süd, hat sich die gelbe Weste mit der Aufschrift „Einsatzleiter" übergestreift. Der junge Brandmeister hält per Funk Kontakt zu den Jugendwarten Nils Ebmeyer und Christoph Wehrmann-Warning. Die Einsatzfahrzeuge mit den Jungfeuerwehrleuten sind währenddessen am Werburger Waldbad in Stellung gegangen. Kurze Zeit später dringt Rauch aus der Halle des Herstellers für Möbelbeschläge. „Feuer bei Firma Hettich, Industriezentrum 90 bis 94, Menschenleben in Gefahr!" Auf diesen Einsatzbefehl hatten die Nachwuchs-Feuerwehrleute im Bereitstellungsraum bereits ungeduldig gewartet. In Windeseile sind das Tanklöschfahrzeug aus Wallenbrück und das Löschgruppenfahrzeug vom Löschzug Mitte am Ort. Stellvertretender Jugendwart Matthias Niekamp koordiniert im Einsatzleitwagen den Funkverkehr. Erst jetzt erfahren die Jugendlichen, dass noch vier „Lagerarbeiter" im Kellerbereich des Warenlagers vermisst werden. Felix Steinhaus und Seal Mester von der Jugendfeuerwehr Süd rüsten sich mit Staubmasken aus und schnallen sich Atemschutzgeräte auf den Rücken. Das wäre eigentlich nicht erforderlich, denn der künstliche Rauch aus der Nebelmaschine ist absolut ungefährlich. Doch schließlich soll das Rettungsszenario so echt wie möglich wirken. Zur Unterstützung sind Johannes Kühn und Nico Ruwe von der Jugendgruppe Mitte ebenfalls im „Abschnitt Menschenrettung" im Einsatz. Gemeinsam gelingt es den Jungen bereits nach wenigen Minuten zwei „Verletzte" zu retten. Die Statisten werden im Rettungswagen von Jana Bollmann und Sebastian Rettberg „versorgt". Zwischenzeitlich sind auch die „Löscharbeiten" zügig angelaufen. Die Jugendliche haben dazu mehrere Strahlrohre in Stellung gebracht, aus denen bereits das Wasser strömt. Mit der Wasserversorgung gibt es ebenfalls keine Probleme. An der Zufahrtsstraße zum Betrieb nehmen die Jungfeuerwehrleute Ober- und Unterflurhydranten in Betrieb. Die beiden Schlauchleitungen in den Hinterhof sind fix verlegt. Reichlich Löschwasser wird nicht nur für den Übungsbrand benötigt. So befindet sich im Einsatzabschnitt der Jugendfeuerwehr Nord ein Heizöltank mit 25.000 Litern Inhalt, der vor der „Strahlungswärme" geschützt werden muss. Dort sind Nele Kleinewächter und Bruder Timo eingesetzt. „Für die Zwillinge ist die Übung eine erste große Bewährungsprobe", sagt Jugendwart Christoph Wehrmann-Warning. Die Beiden seien nämlich erst vor wenigen Wochen in die Jugendfeuerwehr eingetreten und würden daher von den Betreuern noch besonders in die Handhabung der Geräte eingewiesen. Nach rund 45 Minuten ist das Einsatzspektakel für den Feuerwehrnachwuchs beendet. Mit vereinten Kräften werden die Schläuche aufgerollt und auf dem Schlauchwechselwagen der Kreisfeuerwehrzentrale verstaut. Die drei Spenger Jugendwarte sind mit dem Ablauf der Übung zufrieden. Schlusspunkt der Übung bildet ein gemeinsames Spanferkelessen im Bürger-Begegnungszentrum Spenge-Lenzinghausen.

Jens Vogelsang

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