Silvester feiern – und zwar sicher!

Silvester feiern – und zwar sicher!

Lichtblitze zucken am Himmel, leuchtende Raketenexplosionen in vielfältigen Formen hoch über den Köpfen erhellen die Nacht und explodierende Böller lassen in den nächsten Stunden so schnell niemanden schlafen. Doch plötzlich: Ein besonders lauter Knall und ein greller Schrei, der durch Mark und Bein geht.

Was eben noch eine fröhliche und ausgelassene Silvesterparty mit großem Feuerwerk war, ist schlagartig zu einer Tragödie geworden. Der Vater Deines Freundes aus der Nachbarschaft hält sich verzweifelt seine stark blutende Hand und ruft um Hilfe...

Was sich hier wie das dramatische Drehbuch für eine Notarzt-Serie im Fernsehen liest, findet so oder in ähnlicher Form Jahr für Jahr in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar überall in Deutschland statt – ganz real. Zu den größeren und kleineren medizinischen Notfällen kommen für die Feuerwehren aber auch noch unzählige Einsätze wegen durch Feuerwerkskörper ausgelösten Bränden hinzu.

Damit Deine Feier an Silvester sicher und ohne Verletzungen abläuft und Du zudem weißt, wie Du als Gast im Notfall richtig reagieren kannst, ist es ratsam, die folgenden Hinweise vom Deutschen Feuerwehrverband und der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main zu beachten:

  • Lies Dir unbedingt die Gebrauchshinweise der Hersteller auf der Verpackung des Feuerwerks durch.
  • Für Kinder und Jugendliche gelten oftmals Altersbeschränkungen. Überlasse das Abfeuern von Feuerwerkskörpern idealerweise immer erwachsenen Personen oder lass Dich auf jeden Fall von einer erfahrenen Person anleiten und begleiten. Das ist dann nicht feige oder uncool, sondern einfach nur vernünftig.
  • Bastle nicht selbst Feuerwerkskörper und achte beim Einkauf auf die deutschen Zulassungsnummern der Klasse P1 und P2.
  • Trage Feuerwerk niemals am Körper und beachte, ob das Abbrennen in Deinem Heimatort beziehungsweise Deiner Siedlung überhaupt erlaubt ist. In der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern oder auch Fachwerkhäusern ist Feuerwerk verboten.
  • Halte nach dem Anzünden eines Feuerwerkskörpers ausreichend Abstand und werfe Raketen unter keinen Umständen auf andere Menschen. Solche „Scherze“ können schlimmste Verletzungen nach sich ziehen. Das Anzünden von Feuerwerk in geschlossenen Räumen ist höchst gefährlich.
  • Wenn ein Feuerwerkskörper überraschend nicht zündet, sind Vorsicht und Umsicht angesagt. Statt die Rakete oder den Böller zu überprüfen, ist es erforderlich, den Blindgänger mit Wasser zu übergießen und ihn somit unschädlich zu machen.
  • Achte darauf, dass die Raketen nur senkrecht gestartet (z.B. aus Flaschen in Getränkekisten oder eingegrabenen Rohren) und nicht in Türen, durch Fenster sowie auf Dächer geworfen werden.
  • Es hat sich bewährt, vor der Silvesternacht brennbare Stoffe und Gegenstände wie Möbel und Hausrat von Balkonen und Terrassen zu entfernen sowie alle Fenster und Türen zu schließen.
  • Und nicht zuletzt danken es Dir alle Haustiere, wenn sie von Feuerwerkslärm weitgehend verschont werden. Sie können nämlich bei lautem Knallen erschrecken und unberechenbar reagieren. Solltest Du in der Silvesternacht dennoch Zeuge eines Unfalls oder eines Brandes werden, dann ist es an Dir, richtig zu reagieren und Hilfe zu organisieren. Mit nur wenigen Regeln lassen sich alle wichtigen Schritte zusammenfassen:
    • Zunächst einmal musst Du trotz aller berechtigter Aufregung Ruhe bewahren und überlegt handeln.
    • Wähle die Notrufnummer 112, mache präzise Angaben und sorge mit Deiner schnellen Meldung für rasche Hilfe durch Feuerwehr und Rettungsdienst.
    • Unternimm eigene Löschversuche nur, wenn Du dich dadurch nicht selbst in Gefahr bringst.
    • Bei Brandverletzungen besteht die Möglichkeit, die Wunden mit Wasser zu kühlen. Zeitgleich muss aber ein Arzt verständigt oder umgehend die Notaufnahme eines Krankenhauses aufgesucht werden.
    • Generell ist es wichtig, dass alle Anwesenden den Gefahrenbereich verlassen. Warne zum Beispiel die Nachbarn, wenn sie ein Feuer noch nicht bemerkt haben.
    • Fenster und Türen sollten – soweit möglich – geschlossen werden.
    • Feuerwehr und Rettungsdienst sind dankbar, wenn sie in unübersichtlichen Straßen und Siedlungen von einem Ortskundigen eingewiesen werden. Sie können dann noch schneller helfen.
    • Wenn das Treppenhaus verraucht ist, dann bleib in der Wohnung und mach Dich für die Feuerwehr bemerkbar.

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