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Deutsche Helfer im Erdbebengebiet

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks sind nach Japan aufgebrochen

Deutsche Helfer im Erdbebengebiet
Helfer warten große Herausforderungen (Foto: THW)

Es sind schreckliche Bilder, die uns aus den Katastrophengebieten in Japan erreichen: das heftige Erdbeben hat gewaltige Zerstörungen hervorgerufen, viele Menschen wurden verletzt oder verloren ihr Leben. Flutwellen zerstörten ganze Ortschaften und die Welt blickt voller Sorge auf das schwer beschädigte Atomkraftwerk Fukushima-1, aus welchem offenbar Radioaktivität austritt und eine Kernschmelze droht.

Samstag, 12. März 2011:

Das Technische Hilfswerk (THW) hat im Auftrag der Bundesregierung eine Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA), bestehend aus rund 40 Spezialisten, nach Japan entsandt. Die SEEBA-Kräfte werden bei Rettungs- und Bergungsarbeiten im Katastrophengebiet eingesetzt. Zudem sind bereits vier THW-Experten in der Hauptstadt Tokio, um der dort ansässigen Deutschen Botschaft bei der Lagedarstellung und der Erkundung weiterer Rettungsmaßnahmen zu helfen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich erklärte dazu: "Die Nachrichten und Bilder aus Japan haben uns alle tief erschüttert. Unser Mitgefühl gilt den Betroffenen, den Verletzten und Angehörigen der vielen Todesopfer sowie allen Japanern, die so plötzlich ihr Hab und Gut und ihr Zuhause verloren haben. Jetzt ist rasche Hilfe nötig. Deutschland hat der japanischen Regierung umgehend Unterstützung angeboten, das Technische Hilfswerk ist hierfür bestens gerüstet."

  • Die Bergungs- und Rettungsspezialisten der SEEBA stehen innerhalb von sechs Stunden nach der Alarmierung zum Abflug bereit. Ihre Ausrüstung ist in Leichtmetallkisten verpackt und kann so in herkömmlichen Verkehrsflugzeugen transportiert werden. Die SEEBA war unter anderem auch nach den schweren Erdbeben in Indien 2001, im Iran 2003 und in Pakistan 2005 im Einsatz.

"Wir stehen bereit, Japan im Bedarfsfall auch mit weiteren Experten und Logistik bei der Bewältigung der Erdbebenfolgen zu unterstützen", erklärte der Bundesinnenminister abschließend.

 

Montag, 14. März 2011:

Mittlerweile hat das SEEBA-Team Tokio verlassen und sich auf den Weg in den Norden Japans gemacht. Zusammen mit einem Ortungsteam aus der Schweiz und ABC-Experten sollen die Spezialkräfte des THW im Gebiet um Tome in der Präfektur Miyagi eingesetzt werden.

Ausgestattet mit modernster Technik und Suchhunden werden die THW-Kräfte dort die Suche nach Überlebenden des Erdbebens und des dadurch verursachten Tsunamis aufnehmen. Die Spezialisten aus der Schweiz stellen dabei durch regelmäßige Messungen sicher, dass sowohl der Weg als auch der Einsatzort selbst nicht verstrahlt sind.

 

Dienstag, 15. März 2011:

Das Technische Hilfswerk hat seinen Sucheinsatz im japanischen Katastrophengebiet beendet. Präsident Albrecht Broemme sagte dazu in Bonn: "Eine realistische Chance auf die Rettung Überlebender besteht nicht mehr. Die Entscheidung wurde gemeinsam mit den japanischen Behörden und den internationalen Teams vor Ort getroffen." Die in der Deutschen Botschaft in Tokio eingesetzten THW-Experten werden ihre Arbeit dort unverändert fortsetzen.

Quellen: Bundesministerium des Innern / Technisches Hilfswerk

 

gr 

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