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Die 112 gilt überall

In ganz Europa besteht nunmehr der einheitliche Notruf.

Die 112 gilt überall
Jetzt europaweit gültig: Die 112.

Das Datum war natürlich nicht zufällig gewählt: Seit dem 11.2. kann man überall in der Europäischen Union über Handy oder Festnetz mit der Nummer 112 im Notfall Hilfe anfordern. 

Damit ist der Ausbau eines einheitlichen Notrufsystems in den 27 EU-Staaten flächendeckend abgeschlossen. Wie schon seit jeher in Deutschland üblich, werden für Anrufe an die Notrufnummer nirgendwo mehr Gebühren fällig. Der einzige noch nicht vereinheitlichte bzw. standardisierte Aspekt ist die Sprache. Der Notruf wird natürlich grundsätzlich nur in der Landessprache entgegen genommen - außer der Disponent am anderen Ende der Leitung spricht zufällig mehrere Sprachen. 

Leider hat sich dieser Qualitätszugewinn noch nicht sehr herumgesprochen. Nach einer Umfrage, die die EU-Kommission hat durchführen lassen, wissen nur 16 Prozent aller Bürger, dass die 112 auch im europäischen Ausland die richtige Wahl in allen Notfällen ist. Zudem bedarf es noch erheblicher Öffentlichkeitsarbeit in den Ländern, in denen die 112 nunmehr (zumeist) neben dem bisherigen Notruf besteht. Letzterer konnte natürlich durchaus ein anderer sein, z.B. die 18 in Frankreich. 

Doch ist schon die Existenz eines Notrufs als solches wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Auch in Deutschland gilt der einheitliche Notruf mit der 112 noch gar nicht so lange, wie man immer glauben mag. Er wurde erst am 20. September 1973 auf einer Konferenz des Bundeskanzlers mit den Ministerpräsidenten als sogenannter "Notruf 73" beschlossen. Zuvor existierte so etwas nur in Großstädten und manchen Ballungsräumen.

Wer Hilfe brauchte, musste unter irgendeiner Nummer oder durch eine Notrufsäule irgendwo in der Stadt bei der Feuerwehr anrufen, manchmal sogar zur Feuerwache fahren und dort per Druckknopfmelder die Sirene auf dem Dach auslösen. Diese Zeiten erscheinen heute endlos fern, liegen aber gerade erst gute 30 Jahre zurück. Auch ein geordneter Rettungsdienst mit "echter" Notfallrettung im Eiltempo wurde erst in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre geschaffen.

Zuvor gab es kaum rund um die Uhr besetzte Leitstellen, und Krankentransportwagen, die auch die Notfallrettung wahrnahmen, waren nicht mit Funk ausgestattet. Vieles ist in dem Zusammenhang der Björn-Steiger-Stiftung zu verdanken, über die Lauffeuer-Online kürzlich berichtete.

 

jh

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