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Heiße Ausbildung für die Waldbrand-Spezialisten

Vor ihrem Auslandseinsatz werden deutsche Einsatzkräfte ehrenamtlich ausgebildet

Heiße Ausbildung für die Waldbrand-Spezialisten

Dramatische Bilder von vielen Meter hohen, zerstörerischen Flammen durch Waldbrände bestimmen seit Wochen regelmäßig die Nachrichtensendungen. Besonders betroffen sind aktuell südeuropäische Länder wie Italien oder Portugal. Zum Teil nehmen die Brände verheerende Ausmaße an, die mit den vor Ort verfügbaren, nationalen Einsatzkräften und deren Ausrüstung nicht mehr beherrscht werden können. Dann bitten die jeweiligen Regierungen benachbarte Länder um Unterstützung und speziell trainierte Helfer machen sich auf den Weg in ihre herausfordernden Einsatzgebiete. Lauffeuer-online war jetzt zu Gast bei einem Ausbildungswochenende der ehrenamtlichen Hilfsorganisation @fire in Bayern und präsentiert euch spannende Einblicke in die praktischen und theoretischen Inhalte.

Das „Firecamp“ mit Übernachtungen auf Feldbetten und Isomatten fand im Landkreis Rosenheim statt. Bereits im Vorfeld mussten sich die zwölf Teilnehmer im Selbststudium intensiv mit theoretischen Grundlagen wie etwa Sicherheitsregeln, Brandverhalten oder Grundbegriffen befassen. „Viele der Einsatzkräfte sind bereits aktive Feuerwehrmitglieder. Doch ein Waldbrand unterscheidet sich grundsätzlich von den uns sonst vertrauten Einsätzen, was eine zusätzliche spezialisierte Ausbildung zwingend erforderlich macht“, betonte Alexander Maier, selbst stellvertretender Feuerwehrkommandant, in seiner Rolle als Ausbilder. Man orientiere sich hier an internationalen Standards, wie sie beispielsweise in den waldbranderprobten Ländern Südeuropas oder auch den USA und Kanada Anwendung fänden.

Gleich der Anreisetag hatte es in sich. So galt es, einen Fitnesstest – ähnlich der Belastungsübung von Atemschutzgeräteträgern – zu absolvieren. Dieser muss von den @fire-Mitgliedern jährlich nachgewiesen werden, um die für Auslandseinsätze erforderliche Fitness unter Beweis zu stellen. „Ein solcher Einsatz kann bis zu zwei Wochen dauern und die schwere körperliche Arbeit bei stellenweise mehr als 40 Grad verlangt jedem Einzelnen so einiges ab“, erklärte Alexander Maier.

An den darauffolgenden beiden Tagen lag der Schwerpunkt neben einer kurzen theoretischen Auffrischung eindeutig auf der praktischen Ausbildung. Die angehenden Einsatzkräfte übten unter anderem das Anlegen von Schutzstreifen mit verschiedenen Handwerkzeugen sowie den korrekten Umgang mit der Schutzkleidung. Den Höhepunkt stellte dann selbstverständlich die Ausbildung am realen Feuer dar. Auf diese Weise konnte hautnah miterlebt werden, wie sich die Faktoren Wind und Gelände ganz individuell auf das Brandverhalten auswirken und wo die Grenzen bestimmter Einsatztaktiken liegen.

Neben der richtigen Anwendung von Wasser mittels vergleichsweiser klein dimensionierter Schläuche und Armaturen erhielten die Campteilnehmer zudem Einblicke in den kontrollierten Einsatz von Feuer zur gezielten Brandbekämpfung, wie er in der Realität je nach Lage ebenfalls angebracht sein kann. Die Organisation @fire – Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e.V. existiert seit 15 Jahren. Ihre derzeit knapp 200 ehrenamtlichen Mitglieder sind neben der Waldbrandbekämpfung auch auf das Suchen und Retten von vermissten Personen, beispielsweise nach Erdbeben, spezialisiert.

gr

 

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