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Bayerns Feuerwehren schlagen Alarm!

Immer mehr unnötige Einsätze sorgen für Ärger und Unverständnis am Arbeitsplatz

Bayerns Feuerwehren schlagen Alarm!

Der Präsident des Bayerischen Landesfeuerwehrverbandes, Alfons Weinzierl, ist sich sicher: "Bei nicht allen der bayernweit rund 200.000 Feuerwehreinsätze des vergangenen Jahres hätte die Feuerwehr ausrücken müssen." So griffen immer mehr Bürger lieber rasch zum Mobiltelefon, weil etwa ein Ast auf dem Radweg liege, obwohl man diesen mit ein paar Handgriffen selbst leicht zur Seite ziehen könnte. 

 

Die Feuerwehren möchten aber keineswegs dazu aufrufen, sich selbst in Gefahr zu bringen. "Im Zweifel sollte immer der Notruf 112 abgesetzt und auf Eigenschutz geachtet werden", so Weinzierl. Die Kehrseite der unnötigen Einsätze sei jedoch, dass die hauptsächlich ehrenamtlichen Feuerwehrleute ihren Arbeitsplatz verlassen müssten, obwohl es sich lediglich um Lappalien handle.  

Als klassisches Beispiel führt der Bayerische Landesfeuerwehrverband einen Hausbesitzer an, welcher lieber fernsähe, während die Feuerwehr gerade einmal drei Zentimeter Wasser aus seinem Keller entfernen solle. Ein großes Problem stellten zudem jährlich knapp 13.000 Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen dar, welche bei regelmäßiger Wartung durch die Betreiber vermieden werden könnten.

Das Einsatzspektrum der Feuerwehren habe sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert und sei immer vielfältiger geworden. Egal, ob klassische Brandbekämpfung oder breit gefächerte Technische Hilfeleistungen - es gebe fast keinen Bereich mehr, in dem die Feuerwehren nicht tätig wären. Im letzten Jahr hätten die bayerischen Feuerwehren bei Bränden 1.700 Personen und bei Hilfeleistungen, wie etwa Verkehrsunfällen, mehr als 9.000 Personen gerettet.

Der Landesfeuerwehrverband verweist auf eine immer schwieriger werdende Sicherstellung der Tagesalarmsicherheit aufgrund der demografischen Entwicklung und einer deutlich angespannteren Arbeitsmarktlage. Dies mache es notwendig, dass sich die Feuerwehren künftig auf ihr "Kerngeschäft" konzentrieren müssten und deshalb auf die Mithilfe der Bürger angewiesen seien.  

gr

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