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"Bildungsstreik" in Deutschland

Zehntausende Schüler und Studenten demonstrieren für ein besseres Bildungssystem

"Bildungsstreik" in Deutschland

Lauffeuer-Online war für euch vor Ort und berichtet von der Demonstration in der Münchner Innenstadt am 17. November, an der sich insgesamt rund 7.000 Schüler und Studenten beteiligt haben.

 

Gegen 9 Uhr hatten sich bereits mehrere hundert Teilnehmer vor dem Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität zur Auftaktveranstaltung eingefunden. Unter ihnen waren Hauptschüler, Realschüler, Gymnasiasten, Studenten und auch ein paar Auszubildende aus München und dem Umland. Es lag schnell ein freudiges Knistern in der fast frühlingshaft warmen Luft und eine Gruppe angehender Mediziner, verkleidet mit weißen Arztkitteln, zog die Aufmerksamkeit der vielen Pressevertreter auf sich. Die Organisatoren des "Bildungsstreiks 2009" schwörten die Anwesenden langsam mit ersten Kritikpunkten am deutschen Bildungssystem auf die bevorstehende Demo ein. Das Motto der Proteste in Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern lautete: "Education is not for sale." (Bildung ist keine Ware).

 

"Wir sind hier und wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!"

Eine Stunde später hatten sich schließlich mehrere tausend Jugendliche auf dem Platz versammelt und begleitet von zwei Lautsprecherwagen und einer großen Polizei-Eskorte setzte sich der Demonstrationszug langsam in Richtung Siegestor in Bewegung. Auf zahlreichen Bannern und Plakaten prangerten die Schüler und Studenten Missstände in der Bildung an und forderten etwa die Abschaffung von Studiengebühren und gleiche Bildungschancen für alle.

Auf dem Weg durch die Straßen und über Plätze machten die Demonstranten mit lauten Sprechchören wie "BAföG rauf - Rüstung runter!" auf sich aufmerksam und die Polizei hatte immer wieder alle Hände voll damit zu tun, den Verkehr zu regeln. Viele Anwohner schauten neugierig aus den Fenstern oder beobachteten die Geschehnisse vom Straßenrand aus. Oftmals ermutigten sie die Protestteilnehmer auch durch Zurufe und zeigten sich beeindruckt vom Engagement der Jugendlichen. Auch so mancher Autofahrer solidarisierte sich trotz der beträchtlichen Verkehrsbehinderungen durch lautes Hupen mit den Demonstranten und riskierte damit einen bösen Blick der Polizeibeamten.

 

"Bildung für alle - und zwar umsonst!"

Während des dreistündigen Protestmarsches wurden per Lautsprecher, untermalt von lauter Musik, immer wieder Meldungen über große Demonstrationen in vielen anderen deutschen Städten durchgegeben. Bei der größten Kundgebung in Berlin etwa hatten sich 15.000 Schüler und Studenten zusammengefunden. Die Route führte in regelmäßigen Abständen auch an Münchner Schulen vorbei, wo der Zug jeweils zum Stehen kam und die Schüler in den Gebäuden lautstark aufgefordert wurden, sich den Demonstranten anzuschließen.

Nachdem eine kurzzeitige Sitzblockade mehrerer Dutzend Aktivisten von der Polizei aufgelöst worden war, erreichten die Teilnehmer schließlich wieder den Ausgangspunkt vor der Universität, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Hier sprachen Studentenvertreter, Lehrer und sogar ein Student aus Österreich war extra angereist, um für die Fortsetzung des "Bildungsstreiks" in Deutschland zu werben. Gegen 14:30 Uhr endete die friedliche Demonstration und alle Teilnehmer waren gespannt, welches Echo sie in den Fernsehnachrichten und am nächsten Morgen in den Zeitungen hervorrufen würden.

Unterdessen hielten Studenten auch in den Tagen nach den großen Demonstrationen in mehreren Dutzend Städten in Deutschland und Europa weiterhin Universitäten besetzt. Sie forderten Verbesserungen bei den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen und mehr Mitspracherechte.

gr

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