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Lawinenunglücke in den Alpen

Tote und Verletzte - Bergwacht und Rettungsdienste pausenlos im Einsatz

Lawinenunglücke in den Alpen

Mittlerweile täglich berichten Polizei und Medien von schweren Lawinenabgängen mit zum Teil tragischen Folgen. Besonders betroffen sind derzeit die Skigebiete in Bayern, Österreich und der Schweiz. Lauffeuer-Online berichtet aktuell von den Ereignissen aus der Region.

 

Vier Tourengeher von Lawine verschüttet

Im Landkreis Miesbach geriet eine Gruppe von sechs Personen im Spitzingseegebiet in eine Lawine. Dabei wurden zwei Frauen und zwei Männer verschüttet, sie befanden sich um Teil bis zu zwei Meter unter der dichten Schneedecke. Glücklicherweise waren sie aber mit Lawinenpiepsern ausgestattet und konnten so von den beiden anderen Tourengehern mit Hilfe eines Suchgeräts geortet und ausgegraben werden. Eine Person war zunächst nicht ansprechbar und musste mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht werden. Die weiteren befreiten Tourengeher erlitten ebenfalls Verletzungen und wurden zur Bergwachtunterkunft verbracht, wo sie ambulant ärztlich behandelt und von einem Kriseninterventionsteam (KIT) betreut wurden.

 

Insgesamt waren 60 Einsatzkräfte der Bergwacht München, Hausham und Schliersee, der Alpineneinsatzgruppe (AEG) des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, sowie sechs Hubschrauber der Polizei, des ADAC und Heli 3 aus Österreich im Einsatz.

 

 

Mehrere Todesopfer in den vergangenen Wochen

Auf dem Wallberg am Tegernsee kam am vorletzten Wochenende ein 27-jähriger Snowboarder ums Leben, ein weiterer wurde schwer verletzt. In der Nähe von Oberammergau wurde ein 47-jähriger Mann von einer Lawine etwa zweihundert Meter mitgerissen und gegen einen Baum geschleudert. Er erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass der Notarzt nur noch seinen Tod feststellen konnte. Ein 16-jähriger Schüler musste sich nach einem Sturz in einer selbstgebauten Schneehöhle vor einem heftigen Schneesturm in Sicherheit bringen, weil er aus eigener Kraft nicht mehr weiterfahren konnte. Suchkräfte der österreichischen Bergrettung fanden den Jungen erst nach mehreren Stunden und brachten in mit einer Unterkühlung ins Krankenhaus.

 

 

 

Beinahe-Katastrophe in der Schweiz

Der Ort Sankt Gallen in der Schweiz ist wohl nur ganz knapp an einer Tragödie vorbeigeschrammt. Dort ist in den frühen Morgenstunden das Dach einer neuen Turnhalle an einem Berufs- und Weiterbildungszentrum eingestürzt. Glücklicherweise kamen dabei keine Personen zu Schaden, allerdings hätten nur 90 Minuten später die ersten Klassen wie üblich Sportunterricht in dem Gebäude gehabt.

 

 

Zahlreiche Verbindungstraßen bleiben gesperrt

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind weiterhin viele Bundes- und Staatstraßen gesperrt, nachdem dort bereits Lawinen abgegangen sind oder eine erhöhte Gefährdung besteht. Wer also noch plant, in den kommenden Tagen in den Skiurlaub zu starten, sollte sich unbedingt über die aktuelle Lawinen-Warnlage und die Verkehrssituation im Alpenraum informieren. Die Experten vom Lawinenwarndienst und Alpenverein appellieren zudem an die Vernunft jedes Einzelnen, die Warnschilder zu beachten und nur auf gesicherten Pisten zu fahren.

 

gr

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