Keiner hat was gesehen!

Texte über Gewalt an der Schule

Keiner hat was gesehen!

Mit einer Textsammlung zum Thema „Gewalt an der Schule" regt Herausgeber Reiner Engelmann Lehrer wie Schüler aller Schulformen zum Nachdenken an. Allgemein liefern die Kurzgeschichten und Gedichte mögliche Beispiele für Opfer von Gewalt jeglicher Art, sei es Mobbing, Diebstahl, Erpressung oder körperliche Gewalt. Ein glückliches Ende mit einer Lösung des Problems ist meist gegeben. So wird das Buch zur lehrreichen Lektüre für jedermann, das zum Dialog zwischen Schülern und Lehrern anregen soll.

 

Reiner Engelmann als studierter Sozialpädagoge brachte schon viele Anthologien zu besonders heissen Themen wie Gewalt heraus. In dieser Textsammlung kommen viele Autoren, aber auch Schüler zu Wort. Anja Tuckermann sammelte als Leiterin mehrerer kreativer Schreibwerkstätten besonders geeignete Texte, Gedichte und innere Monologe von Schülern verschiedener Schulformen. Darin werden die Gefühle von Opfern, Zeugen oder Tätern von Gewalt spürbar, da keiner der Texte von Tuckermann verändert worden ist.

 

Aber auch die Prosatexte und Kurzgeschichten zeigen die Gewalt an der Schule stets, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Realistisch und nah wirkt das Geschehen jeder Geschichte, leider bleiben manche Autoren dabei noch zu oberflächlich. Das kann schon mal dazu führen, dass ältere Schüler mit den Augen rollen, wenn die Sechstklässlerin Laura in Gedanken „Killerspiele" spielt, in denen sie ihre Lehrer erschießt, die sie letztens mit einer „Winkelberechnung gequält" haben.

 

Für ältere Schüler gibt es allerdings ebenfalls einige Geschichten. Meistens enden diese glücklich. Die Protagonisten, meist die Opfer der jeweils dargestellten Gewalt, handeln am Höhepunkt der Geschichte richtig und führen so eine Lösung des Problems durch Lehrer, Eltern oder auch Freunde herbei. Die Täter werden oft zwar bestraft, allerdings auch oft durch die eben genannten Autoritätspersonen auf einen besseren Weg gebracht, der ihnen eine bessere Zukunft sichern soll.

Herausgeber Reiner Engelmann möchte damit vor allem ein „demokratisches Schul-Konzept" vorstellen, in das sich Schüler jeden Alters einfinden und sich selbst daran beteiligen können und sollen.

 

So kann ich diese Textsammlung über Gewalt an der Schule allen interessierten Schülern, Lehrern und Eltern empfehlen, die sich ein Bild über immer häufiger werdende Situationen machen möchten und vielleicht sogar selbst als Opfer von Gewalt eine Möglichkeit suchen, durch selbstbewusstes und richtiges Handeln zu einer korrekten Lösung zu finden.

 

"Keiner hat was gesehen!"

Reiner Engelmann (Hrsg.)

cbt-Verlag

ISBN 978-3570303870

5,95 Euro

 

 

pa

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