24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehr Wolfershausen

24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehr Wolfershausen
Katze auf Baum

Um 7:30 Uhr ist Dienstbeginn mit einem gemeinsamen Frühstück. Den Jugendfeuerwehrmitgliedern ist die Aufregung bereits anzusehen. Aber auch die Betreuerinnen und Betreuer sind sehr gespannt. Nachdem alle aufgegessen haben, werden die teilnehmenden Verletzendarstellerinnen und -darsteller, die professionellen Schminkerinnen und Schminker der Notfalldarstellung Kassel Land, die Helferinnen und Helfer beim Aufbau der Einsatzübungen, der Pyrotechniker, unsere Fotografin und der Ausbilder des DRK Homberg kurz vorgestellt. Es folgen noch einige allgemeine Informationen, dann schlägt gegen 8:42 Uhr auch schon zum ersten Mal an diesem Tag der Funkmeldeempfänger Alarm. Eine Katze sitzt seit Tagen auf einem Baum und kommt einfach nicht mehr herunter. Für diesen Einsatz muss nur das Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W) ausrücken. Schnell ist die Steckleiter am Baum angestellt und die Katze gerettet. Währenddessen bleibt die Besatzung des Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF) im Feuerwehrhaus, räumt das Frühstück ab und bereitet schon alles für die erste Unterrichtseinheit vor, die pünktlich um 9:30 Uhr beginnt. Es steht Erste Hilfe auf dem Plan. Zusammen mit dem Jugendrotkreuz Felsberg, das kurz zuvor angekommen ist, werden Reanimation, stabile Seitenlage und mehrere Verbände erst theoretisch besprochen und anschließend praktisch geübt. Dabei kommen auch die Notfalldarstellerinnen und -darsteller zum Einsatz, sodass sich die Kinder und Jugendlichen schon einmal an die geschminkten Verletzungen gewöhnen können. Ab 11:00 Uhr ist der Unterricht vorüber und die Kinder und Jugendlichen haben sich eine Pause verdient. Doch diese ist nicht von langer Dauer. Gegen 11:11 Uhr wird der komplette Löschzug Wolfershausen (TSF-W, TSF und Führungsfahrzeug) und das Jugendrotkreuz Felsberg in den örtlichen Einkaufsladen alarmiert. Dort hat die Brandmeldeanlage Alarm geschlagen. Der Zugführer erkundet zusammen mit den beiden Staffelführern die Lage. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelt. Doch kurz nach der Lagemeldung an die Übungsleitstelle alarmiert diese die gerade frei gewordenen Einheiten zu einem Folgeeinsatz. Auf einem Bauernhof brennt eine Schmiede, eine Person ist verletzt, zwei werden noch vermisst. Die Besatzung des TSF-W wird zur Menschenrettung eingeteilt, während die Besatzung des TSF eine Riegelstellung zwischen Schmiede und Wohnhaus aufbaut um das Übergreifen des Feuers auf das Wohnhaus zu verhindern. Nach kurzer Zeit sind die vermissten Personen gefunden und an den Rettungsdienst übergeben, der einen Verletztenablageplatz aufgebaut hat. Nun kann sich auf die Brandbekämpfung konzentriert werden. Wenig später gibt der Angriffstrupp in der Schmiede die Meldung „Feuer aus“. In der Nachbesprechung werden ein paar Dinge angesprochen, die beim nächsten Einsatz beachtet oder besser gemacht werden sollen. Im Großen und Ganzen sind jedoch alle sehr zufrieden. Die Betreuerinnen und Betreuer sind sehr erleichtert, dass die erste größere Einsatzübung so gut abgelaufen ist. Nachdem alles abgebaut ist, steht ab 12:30 Uhr das Mittagessen auf dem Dienstplan. Es gibt Nudeln mit Tomatensoße. Kinder, Jugendliche wie Erwachsene haben großen Appetit und langen ordentlich zu. Inzwischen ist auf die Jugendfeuerwehr Deute eingetroffen. Nach dem Mittagessen ist wieder eine kurze Pause eingeplant. Dann geht es um 13:30 Uhr mit der nächsten Unterrichtseinheit weiter. Der Verantwortliche der GABC-Messzentrale des Schwalm-Eder-Kreises referiert eine Stunde über das Verhalten bei atomaren, biologischen und chemischen Gefahrstoffen (GABC). Parallel erhält das Jugendrotkreuz eine Einführung in den Umgang mit Verletzungen durch Gefahrstoffe. Währenddessen bauen die Helferinnen und Helfer zusammen mit einigen Betreuern und den bereits geschminkten Verletztendarstellerinnen und -darstellern schon die nächste Einsatzübung auf. Gegen 14:52 Uhr werden beide Jugendfeuerwehren zusammen mit dem Jugendrotkreuz zu einem Verkehrsunfall mit Gefahrgut alarmiert. Während die Jugendfeuerwehr Wolfershausen einen Dekontaminationsplatz sowie eine Drei-Punkt-Sicherung (Bereitstellung von Wasser, Schaum und Pulver) aufbaut und das weitere Auslaufen des Gefahrguts verhindert, übernimmt die Jugendfeuerwehr Deute die Rettung der drei verletzten Personen. Die dafür benötigten Chemikalienschutzanzüge werden durch Maleranzüge simuliert. Kurz nachdem die Verletzen dekontaminiert und an den Rettungsdienst übergeben sind, beginnt die Jugendfeuerwehr Wolfershausen mit der Brandbekämpfung. Doch plötzlich verliert ein Mitglied der Jugendfeuerwehr Deute in einer schauspielerischen Glanzleistung das Bewusstsein. Schnell ist der Deuter Sicherheitstrupp zur Stelle und kann zusammen mit den bereits im Gefahrenbereich eingesetzten Wolfershäusern die Rettung koordiniert übernehmen. Nachdem die Übung zu Ende und alles abgebaut ist, treffen sich alle Beteiligten zur Nachbesprechung bei Kaffee, kalten Getränken und Kuchen im Feuerwehrhaus. Auch diese Übung verlief größtenteils sehr gut. Wieder wird auf kleine Fehler verwiesen, die beim nächsten Mal vermieden werden sollten. Doch daraus lernen alle Beteiligten schließlich. Nach der Besprechung verabschieden sich die Jugendfeuerwehr Deute und das Jugendrotkreuz. Für die Wolfershäuser Nachwuchsbrandschützer steht ab 16:45 Uhr Fahrzeugkunde auf dem Dienstplan. Gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr Rhünda sieht man sich einen Rettungswagen an. Doch plötzlich herrscht Aufregung, als gegen 16:58 Uhr der Funkmeldeempfänger Alarm schlägt. Das TSF-W muss zu einer unklaren Rauchentwicklung auf einem Dachboden ausrücken. Für alle anderen geht der Unterricht weiter. Um 17:30 Uhr ist die Unterrichtseinheit zu Ende. Kurz darauf trifft auch das TSF-W wieder am Feuerwehrhaus ein. Die Kinder und Jugendlichen können sich noch kurz über den eben absolvierten Einsatz austauschen, da wird gegen 17:42 Uhr schon erneut alarmiert. Diesmal betrifft der Einsatz den ganzen Löschzug Wolfershausen und die Jugendfeuerwehr Rhünda. Im Dorfgemeinschaftshaus ist ein Feuer gemeldet worden. Zwei Personen sind im ersten Obergeschoss eingeschlossen. Schnell ist klar, dass sich das Feuer nur auf einen kleinen Flur beschränkt. Allerdings wird noch eine Person vermisst. Während die Jugendfeuerwehr Rhünda die zwei eingeschlossenen Personen zunächst betreut und später über die Steckleiter rettet, übernimmt die Besatzung des TSF-W aus Wolfershausen die Personensuche im verrauchten Flur. Nachdem die Person gefunden und gerettet ist, wird sich auf die Brandbekämpfung konzentriert. Alle Verletzten werden an einem Verletztenablageplatz von der Mannschaft des Wolfershäuser TSF betreut und versorgt. Kurz vor 19:00 Uhr ist die Übung zu Ende. Die Nachbesprechung erfolgt beim Abendessen im Feuerwehrhaus. Es gibt Bratwurst und kalte Getränke. Wieder sind alle Beteiligten sehr hungrig, sodass fast nichts übrig bleibt. Nach dem Essen verabschieden sich die Jugendfeuerwehr Rhünda, die Verletzendarstellerinnen und -darsteller, die professionellen Schminkerinnen und Schminker der Notfalldarstellung Kassel Land und wünschen den Wolfershäusern einen ruhigen Dienst. Ruhe kehrt wirklich für kurze Zeit ein – zumindest für die Kinder und Jugendlichen. Die Betreuerinnen und Betreuer bereiten schon wieder den nächsten Einsatz vor. Der hat es wirklich in sich! Zunächst wird gegen 20:35 Uhr das TSF-W zu einer Türöffnung alarmiert. Die Einsatzfahrt kann jedoch wenige Minuten später abgebrochen werden, weil die Übungsleitstelle den Fahrzeugführer darüber informiert, dass die Tür bereits vom Rettungsdienst in Zusammenarbeit mit Anwohnern geöffnet wurde. Kaum ist das Fahrzeug wieder am Feuerwehrhaus, schlägt der Funkmeldeempfänger schon wieder Alarm. Diesmal muss wieder der ganze Löschzug ausrücken, weil ein Holzstapel in voller Ausdehnung brennt. Als die Wolfershäuser Nachwuchsbrandschützer an  der Einsatzstelle ankommen, trauen sie ihren Augen nicht. Dort brennt wirklich ein Holzstapel in voller Ausdehnung. Unser Pyrotechniker hat ganze Arbeit geleistet. Zum ersten Mal an dem Tag sehen die Betreuerinnen und Betreuer wirklich alle Kinder und Jugendlichen bei einer Übung rennen. Alsbald sind die umliegenden Gebäude und Bäume durch Riegelstellungen gesichert, sodass man sich auf den Brandherd konzentrieren kann. Gegen 21:30 Uhr ist das Feuer gelöscht und es kann gemeinschaftlich abgebaut werden und nachbesprochen werden. Auf dem Dienstplan ist seit dem Abendessen Freizeit verordnet. Diese kann nun von allen Beteiligten in vollen Zügen genossen werden. Einige Personen haben es sich hinter dem Feuerwehrhaus am Feuerkorb gemütlich gemacht, während andere in der Fahrzeughalle mehrere Bänke zusammen geschoben haben und die Ereignisse des Tages bei einem kleinen Snack Revue passieren lassen. Gegen 0:00 Uhr werden die ersten Kinder schon langsam müde und legen sich im Gemeinschaftraum in ihre zuvor errichteten Nachlager. Für die älteren ist der Tag jedoch noch nicht vorbei. Sie sitzen immer noch in gemütlicher Runde zusammen, als sie gegen 0:22 Uhr wieder von der Übungsleitstelle alarmiert werden. Das TSF-W muss zu einem Mülltonnenbrand ausrücken. Wieder ist echtes Feuer im Spiel. Der Brand wird jedoch souverän innerhalb weniger Minuten gelöscht. Kurz danach ist man wieder im Feuerwehrhaus. Zur Erleichterung der Jugendfeuerwehrmitglieder wird nun verkündet, dass es keine weiteren Einsätze geben wird. So sitzt man noch gesellig beisammen, bis schließlich um 3:00 Uhr Nachtruhe verordnet wird. Erschöpft aber glücklich sinken alle Beteiligten in ihre Feldbetten. Am nächsten Morgen wird gegen 8:00 Uhr geweckt. Die Nachtlager müssen abgebaut und alles für das Frühstück vorbereitet werden. Die Kinder und Jugendlichen sind munterer als von dem Betreuerteam erwartet. Anschließend steht Putzen und Aufräumen auf dem Dienstplan. Gegen 11:00 Uhr ist schließlich alles fertig. Die vierte 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehr Wolfershausen ist zu Ende. Alle gehen müde aber sehr zufrieden nach Hause.

Jonas Pfeffer

 

Gemeinsames Frühstück
Mülltonnenbrand
Schmiedenbrand
Erste Hilfe Unterricht
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