Großstädter-Treffen in Dresden

Straßenbahn fahren und "wild" diskutieren

Großstädter-Treffen in Dresden
Gruppenfoto der Großstädter in der Dresdener Feuerwache 5.

Aus Bremen, Hamburg, Berlin, Leipzig, Köln, Frankfurt am Main und Stuttgart reisten Vertreter_innen der Großstadt-Jugendfeuerwehren nach Dresden. Inhaltliche Schwerpunktthemen des Wochenendes: Inklusion von Jugendlichen mit Behinderungen, Kindeswohlgefährdung und vor allem der Austausch zwischen den Städte-JF.

Jugendfeuerwehr Dresden

Gastgeber waren Stadt-Jugendfeuerwehrwart Michael Heinze und Andreas Huhn, Landes-Jugendfeuerwehrwart der JF Sachsen. Heinze ist aus dem Kreis der einzige Hauptamtliche. Er übt seine Funktion in einer Mischung aus Haupt- und Ehrenamt aus. Außerdem betreut der das Brandschutzerziehungszentrum der Feuerwehr Dresden, welches in der Feuerwache 5 untergebracht ist. Hier trafen sich die Großstädter am letzten Februar-Wochenende.

"Das hat riesigen Spaß gemacht, den Kreis in Dresden zu empfangen, in dem wir uns seit vier Jahren kennen", freut sich Michael Heinze. "Wir gehen locker miteinander um und diskutieren dennoch ernsthaft über wichtige Themen."

"Unser großer Vorteil ist Dresden ist, dass die Stadt Dresden, die Amtsleitung der BF und die Wehren stark hinter der Jugendarbeit stehen", beschreibt der Jugendleiter. "Eine kleine Besonderheit, die wir in Zukunft noch voran treiben wollen: Jugendfeuerwehr-Gruppen bei der Berufsfeuerwehr."

Jugendfeuerwehr Köln

Aus der Karnevalshochburg Köln war die Stadt-Jugendfeuerwehrwartin Sonja Gütz in Dresden am Start. "Die Feuerwehren und Jugendfeuerwehren sind in ihren Ortsteilen, auf kölsch ,Veedel', auch in karnevalistischen Aktivitäten einbezogen. JF nehmen zum Beispiel an den Veedelszügen im Karneval teil", erzählt die Jugendleiterin.

"Der Austausch ist total sinnvoll und praktisch. In einigen Bereichen sind einige Großstadt-JF weiter, in anderen Bereichen wiederum die anderen. So können wir uns im lockeren Austausch Tipps geben", beschreibt Sonja Gütz. "Für mich persönlich und für die JF Köln nehme ich immer gerne Anregungen und Projektideen mit - wie die Großübung der JF Hamburg oder die Internationale Jugendarbeit."

Jugendfeuerwehr Frankfurt am Main

"Gründungsmitglieder" der G13-Runde sind die Frankfurter: Stadt-Jugendfeuerwehrwart Daniel De Marco und seine Stellvertreterin Melinda Fleckner.

Die Frankfurter stellten ihr Programm und Präventionsmaßnahmen zum Thema Kindeswohlgefährdung vor: Seminare, Veröffentlichungen und spezielle Notrufnummern.

Berliner Jugendfeuerwehr

Landes-Jugendfeuerwehrwart Reinhard Wolf vertrat die JF der Bundeshauptstadt und größten Stadt Deutschlands.

Wolf fand den Austausch zum Thema Inklusion besonders interessant. "Einstimmige Meinung ist hier gewesen, dass durch Inklusion auch Jugendgruppen gewinnen können. Aber wie in diesem Kreis ist der Erfahrungsaustausch enorm wichtig. Es kommen positive und negative Erlebnisse ins Spiel", erklärt der Landes-Jugendfeuerwehrwart.

"Der Punkt ,Neues aus den Städten' ist sehr wertvoll. Wir müssen nicht immer alles neu erfinden, sondern können von der Erfahrungen anderer profitieren", so Wolf.

Jugendfeuerwehr Bremen

Für die JF Bremen waren Landes-Jugendfeuerwehrwart Christian Patzelt und Florian Stelzenau, Fachbereichsleiter Jugendpolitik, in Dresden dabei.

Florian Stelzenau besuchte auch alle vier Treffen der G13. "Ich erhalte hier so viele Impulse und neue Ideen in der Runde, das ist wahnsinnig toll", freut sich der "Jugendpolitiker". Die Bremer stellten in diesem Jahr insbesondere ihr Projekt "Ehrensache - Ich mache weiter!" zum Übertritt von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung vor.

Jugendfeuerwehr Hamburg

Von der Elbe an die Elbe reisten Landes-Jugendfeuerwehrwart Uwe von Appen und Bereichs-Jugendfeuerwehrwart Kai Winter.

"Wir haben wieder gemerkt, dass Großstädte ganz andere Herausforderungen bringen", erzählt Kai Winter. "Das haben wir beispielsweise in einer kleinen Gesprächsrunde beim Thema Flüchtlinge gespürt. In Großstädten tauchen manche spezielle Aufgaben auf und in der G13-Runde können wir uns darüber austauschen. Alleine durch eine Berufsfeuerwehr besteht schon strukturell ein großer Unterschied zu Jugendfeuerwehr-Arbeit im ländlichen Raum."

Winter weiter: "Die kurze Diskussion zum Thema Inklusion war für uns Hamburger wirklich wichtig, da haben wir einfach noch nicht so viel bewegt bei uns."

Jugendfeuerwehr Leipzig

Die kürzeste Anreise der Gäste hatten Katja Atzler und Klaus Schubert, die beiden stellvertretenden Stadt-Jugendfeuerwehrwarte aus Leipzig.

Bei den Sachsen kommt vor allem im und durch das Jugendforum Bewegung in die Jugendarbeit. "Da steckt ein großes Potenzial drin", betont Katja Atzler.

Jugendfeuerwehr Stuttgart

Aus dem Schwabenland waren die beiden stellvertretenden Stadt-Jugendfeuerwehrwarte Matthias Neef und Benedikt Ottmayer in Dresden am Start.

"Das diesjährige G13-Treffen war in unseren Augen ein voller Erfolg und die Jugendfeuerwehr Dresden ein super Gastgeber! Inhaltlich wurde es wieder einmal sehr deutlich, wie die vorhandenen Probleme und Arbeitsweisen der Städte sich ähneln", beschreibet Matthias Neef. "Als besonders erfreulich empfand ich, dass die einzelnen Aktionen und Projekte, welche in den letzten G13-Treffen vorgestellt wurden, erfolgreich auch auf andere Städte übertragen werden konnten. Ich denke hier liegt eindeutig die Stärke von G13."

G13 - die Jugendfeuerwehr der 13 größten Städte Deutschlands

Im Jahr 2012 schloss sich der Kreis auf Initiative von Hamburgs Landesjugendfeuerwehrwart Uwe von Appen und Uwe Danker, Bildungsreferent der Deutschen Jugendfeuerwehr, zusammen. Es sollte insbesondere in Bezug auf die interkulturelle Öffnung und die Vielfalt in den Jugendfeuerwehren der Austausch zwischen den Großstädten angeregt werden. Zu den G13 gehören die Jugendfeuerwehren der 13 größten Städte Deutschlands:

1. Berlin - 3,42 Millionen Einwohner, 1.040 JF-Mitglieder
www.berliner-jugendfeuerwehr.org
www.facebook.com/berlinerjf

2. Hamburg - 1,75 Millionen Einwohner, 915 JF-Mitglieder
www.jf-hamburg.de

3. München - 1,39 Millionen Einwohner, 150 JF-Mitglieder
www.jf-muenchen.de

4. Köln - 1,02 Millionen Einwohner, 380 JF-Mitglieder
www.jf-koeln.org

5. Frankfurt am Main - 688.000 Einwohner, 500 JF-Mitglieder
www.jf-frankfurt.de
www.facebook.com/JFFrankfurt

6. Stuttgart - 598.000 Einwohner, 430 JF-Mitglieder
www.jugendfeuerwehr-stuttgart.de
www.facebook.com/JugendfeuerwehrStuttgart

7. Düsseldorf - 594.000 Einwohner, 106 JF-Mitglieder
www.stadtfeuerwehrverband-duesseldorf.de/feuerwehren/jugendfeuerwehr

www.facebook.com/JugendfeuerwehrDuesseldorf

8. Dortmund - 572.000 Einwohner - 260 JF-Mitglieder
www.stadtfeuerwehrverband-dortmund.de/jugendfeuerwehr

9. Essen - 567.00 Einwohner - 197 JF-Mitglieder
www.jf-essen.de
www.facebook.com/jugendfeuerwehr

10. Bremen - 548.000 Einwohner - 248 JF-Mitglieder
www.jf-bremen.org
www.facebook.com/JugendfeuerwehrBremen

11. Leipzig - 532.000 Einwohner -
www.lefv.org

12. Dresden - 531.000 Einwohner - 290 JF-Mitglieder
www.jugendfeuerwehr-dresden.de

13. Hannover - 518.000 Einwohner - 320 JF-Mitglieder
www.facebook.com/Stadtjugendfeuerwehr.Hannover

Text / Fotos: cp

Mit einer historischen Straßenbahn erkundeten die Großstädter Dresden.
Immer im Blick: Daniel De Marco, Stadt-Jugendfeuerwehrwart in Frankfurt.
Kleines Gruppenfoto im Holz-Fahrzeug des Brandschutzerziehungszentrums.
Dresden bietet eine tolle Kulisse mit Elbe und Sehenswürdigkeiten.
Das Hamburg Duo: Landes-Jugendfeuerwehrwart Uwe von Appen (rechts) und Bereichs-Jugendwart Kai Winter.
Gemeinsam im Einsatz: Katja Atzler aus Leipzig und Benedikt Ottmayer aus Stuttgart.
Eine kleine Werbematerial-Börse darf nicht fehlen.
Der Gastgeber: Dresdens Stadt-Jugendfeuerwehrwart Michael Heinze.
Katja Atzler und Klaus Schubert von der Jugendfeuerwehr Leipzig.
Während De Marco spricht, schreiben die anderen mit.
Gruppenfoto der Großstädter in der Dresdener Feuerwache 5.
Ein Foto mit ihrem Maskottchen Helmi ist für die Stuttgarter Matthias Neef (rechts) und Benedikt Ottmayer Pflicht.
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