Chaos nach Stromausfall in München

Großeinsatz für die Rettungkräfte in der bayerischen Landeshauptstadt

Chaos nach Stromausfall in München
Rund 1.000 Notrufe gingen wegen des Stromausfalls in der Integrierten Leitstelle München ein

U-Bahnen stehen plötzlich still, Heizungsanlagen fallen aus und die Wohnungen von mehreren hundertausend Menschen bleiben dunkel. Was man sonst etwa aus den amerikanischen Nachrichten kennt, hat am Morgen des 15. November 2012 in München für große Aufregung und ein teilweises Erliegen des öffentlichen Lebens gesorgt. Für die Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet wurde zwischenzeitlich sogar Vollalarm ausgelöst.

Gegen 7 Uhr wurden die Anwohner in Bogenhausen durch einen lauten Knall im dortigen Umspannwerk in der Elektrastraße aufgeschreckt. Von diesem Zeitpunkt an waren laut Münchner Polizei zahlreiche Stadtteile beinahe vollständig ohne Strom, was unterschiedlichste Auswirkungen zur Folge hatte. So blieben laut Augenzeugenberichten einige U-Bahnen stehen, woraufhin es zu zahlreichen Ausfällen und großen Verspätungen kam - wie auch im S-Bahn- und Tram-Netz. Wie die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zudem bestätigte, mussten die Fahrgäste eines im U-Bahn-Tunnel stehengebliebenen Zuges rund 45 Minuten ausharren, ehe die Fahrt fortgesetzt werden konnte. Um ein noch größeres Verkehrschaos durch ausgefallene Ampeln mitten im Berufsverkehr zu verhindern, mussten Polizisten an den Hauptkreuzungen die Vorfahrt per Handzeichen regeln.

Wie die Stadtwerke München (SWM) mitteilten, waren insgesamt rund 450.000 Kunden vorwiegend im südlichen Teil der Großstadt vom Stromausfall betroffen. Etwa eine halbe Stunde nach dem Blackout habe man die Versorgung jedoch wieder weitgehend sicherstellen können, der letzte Haushalt sei schließlich um 8 Uhr zurück am Netz gewesen. "Jetzt wird im Detail untersucht werden, was den Stromausfall verursacht hat", erklärte Stephan Schwarz, Geschäftsführer Versorgung und Technik auf einer Pressekonferenz. Die Explosion im Umspannwerk Bogenhausen habe sich erst in Folge des Stromausfalls ereignet, während die eigentliche Schadensstelle bei einer Freileitung zwischen Unterföhrung und Moosburg geortet worden sei. "Einen derartig großen Stromausfall hat es in München zuletzt vor 20 Jahren gegeben."

In der Zeit zwischen 7 und 9 Uhr gingen bei der Berufsfeuerwehr München rund 1.000 Notrufe ein und es waren mehr als 50 Einsätze im Zusammenhang mit dem Stromausfall zu bewältigen. So blieben mehrere Menschen in Aufzügen stecken und mussten befreit werden, Brandmeldeanlagen lösten ohne erkennbaren Grund aus. Laut Pressestelle wurde aufgrund des hohen Einsatzaufkommens zwischenzeitlich auch Vollalarm für die Freiwillige Feuerwehr ausgelöst, um die Sicherheit im Stadtgebiet gewährleisten zu können. Knapp zwei Stunden nach dem Stromausfall normalisierte sich die Lage dann wieder deutlich.

Wie Augenzeugen gegenüber Lauffeuer-Online berichteten, habe sie der Blackout direkt nach dem Aufstehen oder schon auf dem Weg zu Arbeit beziehungsweise Schule überrascht und zum Teil große Geduld erfordert. "Ich stand gerade unter der Dusche, als plötzlich gar nichts mehr ging", erzählte ein junger Müncher, der den ungewöhnlichen Zwischenfall dennoch mit Humor nahm.

 

 

gr 

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