Live dabei
Abo

Tervetuloa!

...oder wie Finnland sonst noch ist.

Tervetuloa!

Die Uhrzeiten sind in finnischer Zeit also eine Stunde weiter als in Deutschland.

 

Rückblick

 

Es war unglaublich. Ja diese Worte passen wohl am Besten. Unglaublich schön, unglaublich aufregend, abwechslungsreich, interessant, groß und und und.

Für mich war es das erste Zeltlager im Ausland und die Finnen haben mich schwer beeindruckt. Hier und da hatte so mancher Deutscher ein Problem mit der Art der Planung der Finnen, aber ich sage immer: "Wir sind Gast und sollten uns anpassen!" Dort wird nicht alles bis ins Detail vorgeplant, viele Dinge werden erst kurz vorher entschieden. Da ist natürlich für den Listen- und Ablaufplanverwöhnten Deutschen schon eine echte Umstellung. Doch gerade diese Leichtigkeit und Streßfreiheit beeindruckt mich irgendwo. Wir haben immer Plan B schon lange vorbereitet und setzen uns selbst unter Druck.

Die Finnen sehen ein Problem und dann wird überlegt wie können wir es abstellen. Bei den Duschen hat es nicht so recht funktioniert, denn außer einem leichten geplätscher kam nicht viel mehr. Aber dann kommt einfach der Satz: "Geht doch einfach in den Seen baden." Gesagt getan und es war super. Angenehm warm und eigentlich viel besser als so ein schnöder Duschcontainer.

Für die Jugendlichen wurde erstmalig der International Rescue-Kurs angeboten. Auch heir musste die ersten Tagen noch das ein oder andere angepasst werden, aber in Summe war es glaub ich für alle Jugendlichen ein einmaliges Erlebnis und viel besser als die Dauerbespaßung, die es in Deutschland gäbe. So wurden mit Feuerlöschern geübt, manche gingnen in einen Klettergarten, es gab eine Erste Hilfe Unterweisung, manche konnten einer Rettugnshundestaffel bei der Arbeit zu sehen und und und. Also ein buntes Programm, so dass jeder auf seine Kosten kam.

Doch viel wichtiger war der Austausch. So waren die Jugendlichen in verschiendenen Gruppen gemischt mit Finnen und anderen Deutschen.

Da entstanden internationale Freundschaften, manchmal sogar ein kleiner Flirt oder auch ein heimlicher Kuss hinterm Zelt. Schön zu sehen, auch wenn die Distanz zwsichen Finnland und Deutschland wohl doch zu groß ist.

Beeindruckt hat mich die auch die Gastfreundschaft. Egal ob es unsere Gastjugendfeuerwehr Puistolan VPK in Helsinki oder eine der anderen. Alle deutschen Gruppen waren nur voll des Lobes.

 

Ich kann Finnland nur jedem empfehlen, Die Landschaft ist ein Traum. Eine Sache die mir zum Thema Natur in Erinnerung bleiben wird ist, dass es nachts echt nicht wirklich richtig dunkel wird. Ich konnte mir das nicht vorstellen, wie hell es um Mitternacht noch sein kann. das musst Du einfach selbst erlebt haben.

 

Also vielen Dank an das riesige Team von Helfern von SPEK, die dieses Camp möglich gemacht haben und an die DJF, speziell Daniel Brose, der sich um die Fördermittel gekümmert hat.

 

Samstag 10.07.2010 20:00 Uhr

 

Leider gab es von Freitag auf Samstag einen Zwischenfall auf dem internationalen Zeltlager in Padasjoki in Finnland. In der letzten Nacht wollten die Gastgeber nach der Disco ein Feuerwerk zünden. Aus noch ungeklärter Ursache hat sich eine Abfeuerbatterie aus der Verankerung gelöst und ist umgekippt. Die Raketen gingen in die Zuschauermenge. 

Diese hatten jedoch Glück im Unglück.

Laut der offiziellen Pressemitteilung gab es 36 leicht Verletzte, die alle vor Ort noch behandelt werden konnten. Darunter war auch ein Junge meiner Jugendfeuerwehr und ein Junge aus Dortmund. Die Eltern wissen natürlich bescheid. 

Dennoch kann man aus meiner Sicht den Finnen keinen Vorwurf machen. Im Gegenteil, vor dem Feuerwerk fuhren Löschfahrzeuge und Rettungswagen zur Sicherheit vor und das Areal wurde großzügig abgesperrt. 

Ich hoffe nicht das unnötige Schuldzuweisungen und übertriebene Panikmache das doch sehr gelungene Zeltlager nun dadurch trüben.

 

Ich genieße nun erstmal  mit meinen Jungs und Mädels das Spiel um Platz 3 der Deutschen in einer Feuerwehrwache in Helsinki.

 

Eine offizielle Pressemitteilung geht in Kürze auf den Seiten der Deutschen Jugendfeuerwehr online.

 

 

Freitag 09.07.2010 15:55 Uhr

 

Heute habe ich mal einen Blick hinter die Kulissen geworfen. Mich interessierte wie die Finnen es schaffen 3700 Menschen in kürzester Zeit zu verpflegen. Denn es gibt hier anders als in Deutschland vier Mahlzeiten pro Tag und davon sind zwei mit Warmspeisen. Das finde ich von der Logistik schon enorm. Leena Mustonen, die stellv. Küchenchefin, zeigte mir gigantische Dimensionen. Alleine 15 Feldküchen wurden von der finnischen Armee kostenfrei bereitgestellt. Diese und andere Stationen werden von über 150 Freiwilligen in zwei Schichten betreut. Natürlich wird jedes Gericht vorher abgeschmeckt bevor es nach vorne an die Ausgaben stellen kommt. Dort sind noch einmal ca. 80 Mitarbeiter tätig.

Alles in allem riesig. Einen ausführlichen Bericht darüber wirst du in einem der nächsten Lauffeuerhefte lesen können. 

 

Donnerstag 08.07.2010 21:00 Uhr

 

Auch wenn es hier vielleicht nicht immer so wirkt, ich habe einen vollen Tagesablauf. Zum Einen die eigene Jugendgruppe mit Infos versorgen und beaufsichtigen und zum Anderen hier den Blog zu schreiben.

Dennoch habe ich natürlich auch eine Menge Spaß, wie zum Beispiel der Saunaabend.

Gestern durften wir deutschen Gruppenleiter  an der Lagerolympiade teilnehmen. 

Naja gut ich erfuhr erst 30 Minuten vorher, dass mich wohl irgendwer einfach mal in die Liste eingetragen hatte, aber es gibt ja schlimmeres. Auf die Frage, was ich zu beachten habe kam nur: "Zieh dir alte Sachen an die du nicht mehr brauchst!" Ich ahnte schlimmes. An insgesamt 10 Stationen wetteiferten wir mit anderen Gruppen. Da waren Deutsche, Finnen, gemixte Jugendgruppen und auch eine finnische Leitergruppe. Da natürlich, wie in Deutschland, viele Spiele mit Wasser zu tun hatten, weichte der Boden schnell auf und es ging in Richtung einer Schlammschlacht. Doch anstatte, dass dadurch die Stimmung schlechter wurde, war nun der Eifer bei allen geweckt und keiner interessierte sich dafür, ob er schlammverschmiert ist.  Am Ende wurden wir alle dann zur Belohnung mit einem großen Dachmonitor abgeduscht.

 

Donnerstag 08.07.2010 10:00 Uhr

 

Heute möchte ich dir von meinen persönlichen Helden des Camps berichten. Sie könnten direkt neben dir herlaufen und du würdest sie wohl kaum bemerken. Aber diese Männer und Frauen sind für mich die wichtigsten Leute die es hier geben könnte: Die Toilettenreiniger. Es ist bei diesen sommerlichen Temperaturen schon eine echte Überwindung überhaupt diese "Dixi-Klos" zu benutzen, doch ohne Sie wäre der Gestank und der Dreck wohl unerträglich. Mitten im nichts, also im Wald gibt es auch keine wirklichen Alternativen. Daher fährt dieses Quad mit einem Anhänger für die Helfer und einem Hochdruckreiniger selbst zu den entlegenen Toilettenhäuschen. Ich finde sie verdienen dafür Respekt, immerhin fahren sie morgens und abends Papier nachfüllen, desinfizieren und reinigen. So schaffe auch ich es täglich meinen Toilettengang ohne all zu großen Ekel hinter mich zu bringen. Vielen Dank dafür!

 

Mittwoch 07.07.2010 23:36 Uhr

 

Leider hat das Wetter heute zum Fußballergebnis gepasst. Nach leichten Schauern, kam gegen Nachmittag kräftiger Platzregen, so dass sich der große Platz in eine kleine Seenlandschaft verwandelte. 

Besonders ärgerlich, denn am Nachmittag war Familientag für die finnischen Kinder. Hier in Finnland ist es Tradition, dass während solcher Zeltlager die Familien und Funktionäre der Feuerwehren mal vorbei kommen und gucken, wie die Kinder so leben, wie sie ausbildet werden usw. 

Selbst mit Kinderwagen waren viele Familien auf dem Gelände unterwegs und haben sich von dem Wetter nicht stören lassen.

Natürlich gab es auch ein Rahmenprogramm: Es wurden Autos auseinander geschnitten, Jugendliche seilten sich von einem kleinen Übungsturm ab usw.

Schwer beeindruckend, was Jugendlichen hier alles so ermöglicht wird.

Um 18:00 Uhr hieß es dann für die internationalen Gäste: Sauna-Zeit. Jeder der wollte hatte die Möglichkeit einen echt finnischen Saunaabend mit zumachen. In zehner Gruppen und nach Geschlechtern sortiert, was für Finnland üblich ist, ging es zu den Aufgüssen.

Nach dem die Kinder und Betreuer angeschwitzt waren, konnte sich jeder mit einem Birkenzweigbündel abklopfen. Dies soll eine reinigende Wirkung haben und Birke wurde früher oft als Heilmittel genutzt.

Auch die Verantwortlichen der DJF und die Leiter jeder Gruppe wurden zu einer gesonderten Sauna eingeladen. So hatte ich das Vergnügen mir den Rücken von Timm Falkowski, unserem stellv. Bundesjugendleiter, mit dem Birkenzweigen abklopfen zu lassen. Denn dazu brauch man ja Hilfe.

Ein guter "Peitscher" :) 

Um 21:30 Uhr wurde dann das Partyzelt in ein schwarz-rot-goldenes Meer verwandelt. Ausgerüstet mit Fahnen, Perücken und Trikots wurde mitgefiebert. Auch viele Finnen gesellten sich dazu, so dass es wohl knapp 1000 Menschen beim Rudelgucken waren. 

"Ich wußte nicht, dass Deutsche so laut sind" sagte mir eine finnische Feuerwehrfrau, die solche Fanrufe nicht gewohnt war. Doch jeder weiß trotz massiver Unterstützung aus Finnland reichte das Ergebnis nicht für das Finale.

  

 

Mittwoch, 07.07.2010 09:12 Uhr

 

Das Wetter ist heute etwas schlechter als die letzten Tage. Die Wolken haben sich zugezogen und es nieselt. Doch statt langer Gesichter freut sich jeder, da so der Staub gebunden wird und wir nicht alle immer mit dreckigen Füßen in den Flip Flops durch die Gegend rennen.

Heute Vormittag sind wieder alle Teilnehmer in ihren Kursen. Nach dem Mittagessen werden die Familien der finnischen Teilnehmer, sowie viele Funktionäre von SPEK (der Finnischen Feuerwehr) erwartet. Die internationalen Gästen sorgen am Nachmittag für das Showtrainingsprogramm. Davon werde ich nachher noch berichten. Am frühen Abend wird uns dann die wohl bekannteste finnische Tradition näher gebracht: SAUNA. Viele der Jugendlichen freuen sich bereits darauf. 

Später wird dann gemeinsam mit allen Campteilnehmern im großen Zelt das Deutschlandspiel geguckt. Damit dies möglich ist wurde extra die Nachtruhe um eine Stunde nach hinten verschoben. So können wir gemeinsam unseren Einzug ins Finale gucken. 

 

Dienstag 06.07.2010 18:00 Uhr

 

Es ist schon faszinierend wie so eine kleine Zeltstadt lebt. Fast 4000 Menschen leben hier. Entsprechend ist Logisitk im Hintergrund sehr aufwändig. 15 Feldküchen konnte ich allein direkt hinter dem Verpflegungszelt zählen, dazu unzählige Vorbereitungszelte nur für das Essen. Klar wie sollten auch sonst so viele hungrige Jugendliche gleichzeitig, ohne lange Wartezeiten, verpflegt werden.

 

Gerade findet im großen Zelt die "presentation of the nations"  statt. Neben uns Deutschen, die mit fast 400 Teilnehmern die größte Gruppe aus dem Internationalen Lager, stellt sich Russland, Schweden und der Gastgeber Finnland vor. 

 

Dienstag 06.07.2010 10:00 Uhr

 

Bereits gestern wurden alle Teilnehmer in verschiedene Gruppen eingeteilt. Heute startete dann für die ausländischen Gäste ihr "international Rescue Course".

Diesen haben die Finnen extra für uns ins Leben gerufen. In kleinen Gruppen wird an verschiedenen Station von Erste Hilfe über Wasserrettung bis hin zu Feuerlöscher-Übungen alles vermittelt. Entsprechend begeistert sind die Kids.

Das Wetter ist heute zum Glück etwas kühler als gestern. 

 

Montag 05.07.2010 23:00 Uhr

 

Nachtruhe auf dem Campgelände. Nur einige deutsche Jugendlichen suchen noch schnell den Badesee auf um noch eine Abkühlung vor dem Bett zu bekommen. Es war ein sehr heißer und anstrengender Tag für jeden hier im Camp.

Nach dem Check In an einer Schule wurden die Gruppen mit einem Guide auf das Campgelände gefahren. Nachdem alle Zelte aufgebaut waren ging auch schon das Programm los:

Essen und dann schnell zur offiziellen Camperöffnung. Aufgrund der Hitze hatten wir leider in den Reihen aller Teilnehmer ein paar Kreislaufopfer. Kurz darauf wurde Wasser versprüht und Wasser verteilt, so dass der Zeremonie nichts mehr im Wege stand. 

 

Nach 40 Minuten durften wir endlich zur Gruppeneinteilung übergehen. Denn vorher wurde natürlich fast nur finnisch gesprochen, so dass es nicht so spannend war. Auch die Fahnen wurden nun zum ersten Mal gehisst.  Und zu meiner Überraschung hängt die finnische Fahne zwar höher, aber unsere Deutschlandfahne ist deutlich größer.

Tervetuloa! Tervetuloa! Tervetuloa! Tervetuloa! Tervetuloa!
Diesen Artikel bewerten

Meist gelesen

Am Besten bewertet

Zurück